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Grundlagen
Rhetoriktrainer
FAQ
"Rem tene, verba sequentur -
Beherrsche die Sache,
dann folgen auch die Worte"

Nur Bauernfänger sehen vom
fachlichen
Inhalt der Rede ab

 
Bausteine und Grundlagen

"Beherrsche die Sache, dann folgen auch die Worte" - damit bewertete schon Cato der Ältere vor der Zeitenwende eher kritisch die Kunst der Rede. Oder wie Dale Carnegie, einer der bedeutendsten Verkaufstrainer der jüngeren Geschichte feststellte: „Ehe wir uns anschicken, andere zu überzeugen, müssen wir selbst überzeugt sein.“

So ganz falsch ist das natürlich nicht: Wer sein Thema beherrscht, von der Richtigkeit seiner Auffassungen tatsächlich überzeugt ist, der wird meist auch die richtigen Worte finden.

Es gibt aber auch Rhetorik-Gurus, die den Inhalt des Anliegens völlig hinteranstellen und ausschliesslich Methoden der Manipulation und Massensuggestion verwenden. Den Namen Jürgen Höller hört man oft in diesem Zusammenhang. Oder Matthias Pöhm, der gerne betont, dass er der teuerste Rhetoriktrainer Deutschlands sei. Auch auf den internen Schulungen verschiedener FinanzDienstleister wird die Auffassung propagiert.

Das mag ethisch-moralisch bedenklich sein, aber es ist in gewissem Rahmen erfolgreich und deshalb werden wir uns hier auch mit dieser Auffassung beschäftigen.

Trotzdem ist es sinnvoll, einige Regeln zu kennen, um der eigenen Rede mehr Nachdruck zu verleihen. Es gibt nicht die allein seligmachende allgemein gültige Lehre von der Redekunst. Die verschiedenen Trainer sind oft sogar gegensätzlicher Auffassung. Es gibt aber einige Grundlagen, die man beherrschen sollte.

 

Sie können über alles reden - nur nicht über 12 Minuten

Es gibt weitgehende Übereinstimmung darüber, dass eine gute Rede nicht zu lang sein sollte: „Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende - und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“ lautet ein häufig benutztes Zitat von Mark Twain.

Die Gefahr ist, dass Sie sonst die Zuhörer in eine Haltung versetzen "Da spricht einer und ich höre zu". Eine solche Passivität darf niemals eintreten.

Sie sollten sich über zwei Gesprächssituationen vor dem Vortrag absolut im Klaren sein: Den Beginn und das Ende. Formulieren Sie Beginn und Ende am besten wörtlich vorher aus. Das dient auch Ihrer eigenen Klarheit, denn dazu müssen Sie festlegen, was eigentlich das Ziel Ihre Auftritts ist. Formulieren Sie für sich ein realistisches Ziel, ein Minimalziel und ein Maximalziel. Eine gute Präsentation endet mit einem konkreten Appell, einer Handlungsaufforderung oder einem Vorschlag.

Der erste und der letzte Satz (und übrigens auch Ihr entsprechendes Auftreten dazu - Kleidung und Körpersprache) entscheidet unkorrigierbar darüber, wie Ihr Publikum Ihren Vortrag aufnimmt. Ein spannungsgeladener Einstieg ist die halbe Miete.

Den Erfolg Ihrer Rede können Sie sich aber völlig verderben, wenn Sie einen schlechten Schluss haben. Sie brauchen am Ende ein handelndes Publikum, Zuhörer, die aktiv werden und zwar nicht, um den Mantel zu holen. Anhaltender Beifall ist gut, Standing Ovations sind besser. Unaufgeforderte (!) Fragen aus der Zuhörerschaft sind wie die "Zugabe"-Rufe für den MusikKünstler. Gruppenbildung bei den Zuhörern beim Rausgehen ist i.d.R. ein gutes Zeichen - man spricht über das, was Sie gesagt haben und das ist immer besser, als wenn alle nur still nach Hause gehen. Sie wollten die Leute aufrütteln, mitreissen - das haben Sie erreicht!

Machen Sie sich möglichst genaue Vorstellungen über Ihr Auditorium. Was sind das für Menschen? Was sind ihre Erwartungen und was sind ihre Kompetenzen? Wenn Sie vor bzw. mit Entscheidern sprechen, müssen Sie den Vorttrag ganz anders aufbauen, als wenn Sie z.B. mit Lohnabhängigen sprechen. Ihre Präsentation muss darauf abzielen, genau die Entscheidung Ihrer Zuhörer zu erwirken, welche diese auch treffen können.

Was folgt daraus? Es gibt keinen Standard-Vortrag, den Sie immer wieder halten können, sondern Sie müssen sich immer wieder auf ein neues Publikum einstellen. Genau deshalb ist es ja so wichtig, dass Sie Ihren Stoff perfekt beherrschen! "Rem tene, verba sequentur" - bitte beherrschen Sie Ihren Stoff. Es ist nämlich manchmal nicht so einfach, die Ansprüche und Wünsche des Publikums vorher zu erfahren. Und das bedeutet: Sie müssen oft sehr kurzfristig improvisieren und Ihre Rede dem Publikum anpassen.

Vermeiden Sie Anglizismen, es sei denn, Ihre Zuhörer erwarten das. Die Zuhörer sollen nicht darüber staunen, wie gut Sie Englisch sprechen, sondern sollen am Ende handeln. Auf Deutsch. Lenken Sie die Zuhörer nicht vom wesentlichen ab, nie und durch nichts!

Was haben Sie davon, wenn die Zuhörer sekunden- oder gar minutenlang über einen ihnen fremden Begriff nachdenken und Ihrem Vortrag deshalb nicht mehr konzentriert folgen können? Wenn sich ein fremdsprachiger Begriff nicht vermeiden lässt, dann übersetzen bzw. erklären Sie ihn. So ganz nebenbei natürlich und nicht etwa belehrend.

Seien Sie authentisch - oder lassen Sie die Finger von der Sache. Durch die Übernahme fremder Wertesysteme geraten Sie in die Rechtfertigungsfalle. Der Verlust der Glaubwürdigkeit ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Redner passieren kann.

Unsere Kompetenz ist Ihr Erfolg

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